Vom Deutschen zum Amerikaner | Nisius Genealogie
Sprache & Identität

Vom Deutschen zum Amerikaner

Der Sprachverlust über vier Generationen deutscher Einwanderer in Wisconsin

Deutsch
Englisch
1 Generation
Die Einwanderer
ca. 1850–1880
Deutsch 90%
10%
Identität: „Deutscher in Amerika“
„Wir sprachen Deutsch, dachten auf Deutsch, träumten auf Deutsch.“
2 Generation
Die Kinder
ca. 1880–1910
Deutsch 50%
Englisch 50%
Identität: „Deutsch-Amerikaner“
„Zu Hause Deutsch mit den Eltern, in der Schule Englisch, auf dem Spielplatz beides.“
1917 – Eintritt USA in den Ersten Weltkrieg

Praktisch über Nacht wurde alles Deutsche verdächtig. Deutschsprachige Schulen wurden geschlossen, Zeitungen eingestellt, Sauerkraut zu „Liberty Cabbage“ umbenannt.

3 Generation
Die Enkel
ca. 1910–1940
20%
Englisch 80%
Identität: „Amerikaner deutscher Abstammung“
„Deutsch war die Sprache der Großeltern, nicht mehr die Sprache des täglichen Lebens.“
4+ Generation
Die Urenkel und danach
ab ca. 1940
Englisch 98%
Identität: „Amerikaner“ (mit deutschem Erbe)
„Das Deutsche nur noch eine ferne Erinnerung – aber der Familienname blieb.“
Der Name überlebt

Während die Sprache in vier Generationen fast vollständig verschwand, überdauerte der Name „Nisius“ – auch wenn die Aussprache sich von „NEE-zee-oos“ zu „NIE-see-us“ wandelte. Der Weingott Dionysos, von dem er sich ableitet, wurde im Land der Brauereien wohl oder übel zum Biertrinker.

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