Sprache & Identität
Vom Deutschen zum Amerikaner
Der Sprachverlust über vier Generationen deutscher Einwanderer in Wisconsin
Deutsch
Englisch
1
Generation
Die Einwanderer
ca. 1850–1880
Identität:
„Deutscher in Amerika“
„Wir sprachen Deutsch, dachten auf Deutsch, träumten auf Deutsch.“
2
Generation
Die Kinder
ca. 1880–1910
Identität:
„Deutsch-Amerikaner“
„Zu Hause Deutsch mit den Eltern, in der Schule Englisch, auf dem Spielplatz beides.“
1917 – Eintritt USA in den Ersten Weltkrieg
Praktisch über Nacht wurde alles Deutsche verdächtig. Deutschsprachige Schulen wurden geschlossen, Zeitungen eingestellt, Sauerkraut zu „Liberty Cabbage“ umbenannt.
3
Generation
Die Enkel
ca. 1910–1940
Identität:
„Amerikaner deutscher Abstammung“
„Deutsch war die Sprache der Großeltern, nicht mehr die Sprache des täglichen Lebens.“
4+
Generation
Die Urenkel und danach
ab ca. 1940
Identität:
„Amerikaner“ (mit deutschem Erbe)
„Das Deutsche nur noch eine ferne Erinnerung – aber der Familienname blieb.“
Der Name überlebt
Während die Sprache in vier Generationen fast vollständig verschwand, überdauerte der Name „Nisius“ – auch wenn die Aussprache sich von „NEE-zee-oos“ zu „NIE-see-us“ wandelte. Der Weingott Dionysos, von dem er sich ableitet, wurde im Land der Brauereien wohl oder übel zum Biertrinker.